Interview mit Dipl.Bibl. Nikola Laudien MEIN JOB BIBLIOTHEK: Stimmen aus der Bibliotheks-Community, Porträt

Dipl.Bibl. Nikola Laudien – Leitung Bücherei Gemeinde Stelle

 

Beruflicher Hintergrund & Werdegang.

Wie und warum kam es dazu, dass Sie sich entschieden haben, Teil derBibliothekscommunity zu werden?
Ich wusste schon immer, dass ich Bibliothekarin werden wollte. Bereits mein Schulpraktikum in der 11. Klasse habe ich in einer Bücherei absolviert.

Haben Sie eine bibliothekarische Ausbildung / Studium?
Ich habe 1996 mein Diplom in Hamburg gemacht. 1987 Abitur, dann Buchhändlerinnen-Lehre (weil die finanzielle Situation der Kommunen schlecht war, hat man mir abgeraten in die Bibliothek zu gehen), Abbruch nach einem 1/2 Jahr, dann 2 Semester Studium Sozialpädagogik in Lüneburg, Ausbildung zur Bibliotheksassistentin in Stelle, anschließend neben der Arbeit in der Gemeindebücherei Stelle das Studium in HHMittlerweile – also seit 37 Jahren beim gleichen Dienstherrn und seit nunmehr 23 Jahren als Bibliotheksleitung.

Hier mehr über die Bücherei Gemeinde Stelle erfahren.
Bildnachweis Beitragsbild Nikola Laudien: © Nikola Laudien

 

Persönliche Erfahrungen

Was schätzen / lieben Sie am meisten an Ihrer Arbeit in der Bibliothek?
Mir ist noch nie langweilig geworden. Es hat sich in den 37 Jahren so viel verändert. Das liebe ich. Ich könnte mir auch keinesfalls vorstellen, nur im Büro zu sitzen. Das Besondere an meiner Arbeit: stetiger Wandel, ich kann meine Ideen insbesondere bei der Veranstaltungsarbeit ausleben, ich tue etwas für die Bürger:innen Stelles, man lernt viele interessante Menschen kennen, ich habe sehr viel Freiheit und kann alleine bestimmen, in welche Richtung der Weg der Bücherei führen soll.

Gibt es spezielle Programme, Projekte oder Veranstaltungen in der Bibliothek, die Siebesonders gerne durchgeführt oder unterstützt haben?
Obwohl wir nur eine sehr kleine Bücherei sind, machen wir im Jahr ca. 100 Veranstaltungen. Es ist sehr schwer, alle Veranstaltungen auf dem Schirm zu haben. Eine besondere Zeit war natürlich Corona – wir haben im 1. Lockdown einen Lieferservice, bei dem wir die Medien an die Haustüren gehängt haben, angeboten. Wir haben viel Wertschätzung erfahren in Form von Osterhasen, Briefen, selbstgemalten Bildern. In der Zeit haben wir auch weiterhin Veranstaltungen, dann alle Outdoor angeboten, die sehr gut angenommen wurden. Seit über 20 Jahren gibt es den Bücherherbst mit Annemarie Stoltenberg (die wir in den Landkreis geholt haben, mittlerweile stellt sie in vielen anderen Gemeinden des LK Neuerscheinungen vor). Auch unser Open Air Kino gibt es seit über 20 Jahren. Wir hatten schon einen 24-h-Lesemarathon, seit 2018 organisiere ich ein großes Musikevent (www.24h-stelle.de). Ganz toll ist immer die Zusammenarbeit mit KiTas und Schulen – vom klassischen Bilderbuchkino über Autorenlesung und vielem mehr geht da die Bandbreite. Es gäbe noch so vieles mehr aufzuzählen, aber das sprengt den Rahmen.

 

Sinnstiftung & Mehrwert.

Inwiefern empfinden Sie die Arbeit in der Bibliothek als besonders sinnstiftend oder bereichernd?
Ich empfinde es als extrem bereichernd, immer am Puls der Zeit zu sein, um unseren Gästen tolle Angebote zu machen – im Medien- und Veranstaltungsbereich. Und wir bekommen viele Rückmeldungen, dass es so toll ist, was wir als so kleine Bücherei alles anbieten und anschieben. Ich „brenne“ seit fast 4 Jahrzehnten für diese Arbeit.

Welchen Beitrag sehen Sie, den Bibliotheken und somit Ihre Arbeit, für die Gemeinschaft leisten können?
Gerade in so kleinen Gemeinden sind die Büchereien ein wichtiger Baustein des Lebens der Gemeinde. Wir bieten Kulturelles, ohne Hemmschwelle, für jeden zugänglich. Und wir bieten einen nichtkommerziellen Ort, um sich begegnen zu können.

Gibt es besondere Initiativen oder Dienstleistungen, die Ihre Bibliothek anbietet, um die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu erfüllen?
Wir haben eine Rückgabebox und Abholstation, da in unserer Gemeinde viele Auspendler leben, die es nur schlecht schaffen, die Bücherei während der Öffnungszeiten zu erreichen. Für ältere Mitbürger:innen, erkrankte oder aus anderen Gründen immobile Menschen bieten wir einen Lieferservice an.

 

Empfehlungen.

Welche spezifischen Fähigkeiten oder Qualitäten sind Ihrer Meinung nach wichtig, um erfolgreich in diesem Berufsfeld zu sein?
In einer öffentlichen Bibliothek sollte man unbedingt Lust auf Menschen haben. Lärm sollte einen nicht aus der Fassung bringen. Es ist wichtig, immer mit offenen Ohren und Augen durch die Welt zu gehen, damit man „Trends“ nicht verpasst. Die Kunst des Netzwerkens sollte einem nicht fremd sein.

Welche Rolle spielen Teamarbeit und Kommunikation in Ihrer täglichen Arbeit?
Teamarbeit hatte ich lange Jahre nicht, da ich allein war. Seit 2019 habe ich einen Mitarbeitenden, den ich auch selbst ausgebildet habe, Kommunikation ist jetzt innerhalb des kleinen Teams unerlässlich. In Zusammenarbeit mit den Gästen ohnehin. Und da man auch mit vielen anderen Menschen in Kontakt ist in diesem Beruf, ist eine gute Kommunikationsfähigkeit unerlässlich.

 

Entwicklungen & Zukunftsaussichten.

Wie sehen Sie die Zukunft der Bibliotheksarbeit?
Aus der Sicht der Leitenden einer kleinen Bibliothek mit gerade 19.000 Medieneinheiten kann ich sagen, dass sich der Fokus unserer Arbeit immer mehr auf Begegnungen richtet. Einen Ort schaffen, an dem Kultur, Integration und Teilhabe möglich ist – für alle Bürger:innen.

 

Das Besondere an meiner Arbeit: stetiger Wandel, ich kann meine Ideen insbesondere bei der Veranstaltungsarbeit ausleben, ich tue etwas für die Bürger:innen Stelles, man lernt viele interessante Menschen kennen, ich habe sehr viel Freiheit und kann alleine bestimmen, in welche Richtung der Weg der Bücherei führen soll.

Interview mit Nora Neuhaus de Laurel MEIN JOB BIBLIOTHEK: Stimmen aus der Bibliotheks-Community, Stadtbibliothek Bremen, Zentralbibliothek

© Maren Wandersleben Fotografie

Interview mit Nora Neuhaus de Laurel MEIN JOB BIBLIOTHEK: Stimmen aus der Bibliotheks-Community, Stadtbibliothek Bremen, Innenansicht

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Interview mit Nora Neuhaus de Laurel MEIN JOB BIBLIOTHEK: Stimmen aus der Bibliotheks-Community, Stadtbibliothek Bremen, Bibliothek der Dinge

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